Cola soll so ungefähr jede ungesunde Eigenschaft mit sich bringen, die ein Getränk überhaupt aufweisen kann. Doch wie schädlich ist das braune Getränk wirklich?
Wenn man den Berichten im Fernsehen und Internet glaubt, ist Cola alles andere als eine harmlose süße Erfrischung. So soll es etwa den Zähnen schaden, Knochen brüchig machen, Magenbeschwerden verursachen, das Diabetes-Risiko in die Höhe treiben und in Verbindung mit anderen Lebensmitteln sogar tödlich sein.
Es gibt kaum ein anderes Getränk, um das sich so viele Mythen ranken wie um den braunen Softdrink. Und besonders schwer wird es den Cola-Gegnern nicht gemacht. Denn die Rezeptur der Cola wird strengstens gehütet. Fest steht, dass sie neben Wasser vor allem Kohlensäure, Phosphorsäure und Zucker enthält. Und genau diese Zutaten müssen für viele der mitunter haarsträubenden Mutmaßungen herhalten.
Das kann die Fans der Brause jedoch nicht erschüttern. Sie schwören etwa auf die heilsame Wirkung von Cola bei Durchfall. Doch was steckt wirklich hinter den Mythen um das Softgetränk?
Cola enthält große Mengen Zucker. Gegner des Getränks warnen in diesem Zusammenhang vor den schädlichen Folgen für die Zahngesundheit. Der Zucker und die Säure sollen angeblich den Zahnschmelz angreifen und die Zähne angreifbarer machen.
Laut Experten kann Cola trinken tatsächlich Zahnschäden verursachen. Verantwortlich dafür sei vor allem die Phosphorsäure. Sie löst das Kalzium der Zähne und greift den Zahnschmelz an. Als Folge dessen droht Karies. Wer glaubt, seine Zähne mit dem schnellen Griff zur Zahnbürste schützen zu können, der irrt. Denn direkt nach dem Verzehr ist der Schmelz regelrecht aufgeweicht.
Wer jetzt die Zähne putzt, läuft Gefahr, den Schmelz abzuschaben. Trotzdem gibt es keinen Grund für einen Totalverzicht auf das Getränk. Ein Glas ab und an ist selbst nach Ansicht von Zahnärzten durchaus erlaubt.
Ein weiterer Mythos ist von besonders unappetitlicher Natur. So soll die Phosphorsäure in der Cola binnen einiger Stunden ein ganzes Steak zersetzen können. Und wo ein Steak dran glauben muss, kann die Magenschleimhaut laut Cola-Gegnern wohl kaum unbeschadet davonkommen. Biochemiker Rüdiger Blume gibt Entwarnung.
Die Phosphorsäure könne Fasern von Fleisch aufquellen lassen, eine Gefahr für die Gesundheit gehe von ihr jedoch nicht aus. Denn der Magen ist durch die Schleimhäute geschützt. Zudem sei die im Magen enthaltene Salzsäure weitaus stärker als die Phosphorsäure der Cola.
Laut Cola-Gegnern lässt kaum ein Getränk das Körpergewicht so in die Höhe schnellen wie das koffeinhaltige Softgetränk. Schlimmer sei nur die Light-Variante. Schuld daran soll der Süßstoff sein, der dem Getränk beigesetzt wird.
Süßstoff lässt den Körper Insulin freisetzen, obwohl kein Zucker aufgenommen wurde. Hunger und Naschgelüste können die Folge sein. Bisher gibt es jedoch keine wissenschaftliche Studie, die zum Ergebnis gekommen wäre, dass der Genuss von Light-Cola mit einer erhöhten Kalorienaufnahme einhergeht.
Cola enthält reichlich Zucker, und Zucker verursacht Diabetes. Eine leichte Rechnung, so die Gegner des Softgetränks. Fest steht jedoch, dass auch für diese Annahme keine gesicherten wissenschaftlichen Beweise vorliegen.
Noch sind sich Wissenschaftler uneinig, ob Zucker-Konsum das Risiko, Diabetes zu bekommen, überhaupt beeinflusst. Dennoch raten Ernährungsexperten zur Vorsicht. Denn wer täglich zu Cola und anderen süßen Getränken greift, legt früher oder später vermutlich an Gewicht zu. Übergewicht wiederum zählt zu den Risikofaktoren für eine Diabetes Typ II.
Cola gilt vielerorts als effektives Hausmittel bei Durchfall- vor allem, wenn sie in Verbindung mit Salzstangen genossen wird. Die salzig-süße Kombination soll den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleichen.
Und für den Transport von Salz benötigt der Körper tatsächlich Zucker. Leider enthält Cola weit mehr Zucker, als der Körper bei einer Durchfallerkrankung gebrauchen kann. Das Verhältnis von Zucker und Salz ist laut Ernährungsexperten sogar so ungünstig, dass sich der Durchfall noch verschlimmern kann.